Mekanik Destrüktiw Komandöh

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Aktuelle Rezensionen zum neuen Werk

ramtatta.de

Diese CD liegt schon seit einigen Tagen bei mir und hat sich schon diverse Male in meinem CD-Player gedreht. Dazu habe ich mir mehrmals die beiliegenden Informationen des Plattenlabels durchgelesen, die fast schon ein kleines Buch sind.
Trotzdem weiß ich nicht so richtig wo ich anfangen soll.
Und das sagt schon viel über MDK, Mekanik Destrüktiw Kommdanöh aus.
MDK ließen sich schon damals nicht in eine Schublade einsortieren.
Für die einen war es radikaler Punk, für die anderen waren es ein paar Leute die (nur) provozieren wollten und auch vor der linken Szene, die sie gerne vereinnahmte, nicht Halt machte.
Musikalisch war MDK nie klassisch Punk. Es war Musik die früher zwischen der angesagten Punk-Avantgarde, (Cold-) Wave, NDW und irgendwie dann doch Rockmusik ihre Eckpfeiler hatte.
Somit durchbrach MDK nicht nur die Hörgewohnheiten sondern schaffte es auch, dass sich Menschen mit der Musik, ihren Auftritten und ihren Aussagen auseinandersetzten.
Ob “Die tödliche Doris“ oder “Jello Biafra“, alle hatten irgendwie mit MDK zu tun.
Sie hatten die Band gesehen oder gehört was die Band gemacht hatte.
Nebenbei war Volker Hauptvogel (Gründer und Sänger der Band) auch als Darsteller tätig. In “Nekromantik“ von Jörg Buttgereit ist er derjenige der mit einem Luftgewehr den Nachbar erschießt, der dann als Leiche für die weitere Handlung des Films essentiell ist.
MDK nennen ihr neues Album “Manifestation“. Ein gesungenes Manifest?
Politisch?
Anarchistisch?
Provokant?
Und was ist mit der Musik?
Kalte Rockbeats, mit einem trockenen, ja fast mystischem Saxophon unterlegt, elektronische Effekte und einem Gesang, der die normalen Songstrukturen häufig aufbricht. Es sind Texte, gesungen oft als Fragmente.
Die Texte sind feststellend wie z.B. “Man wohnt nicht mehr im Kiez“ (ein mit erschreckend einfachen Worten dargestellte Veränderung die in Berlin und in anderen Großstädten seit Jahren vor sich geht).
“Alles in den Arsch“, zeigt die menschliche Gier nach dem “Alles haben Wollen“ auf. In drastischen Worten, die einem an die Schultern packen und schütteln. Ist es das was wir wollen? Kredite, Treuepunkte, All Inclusive? Haben wollen, immer mehr? Und wenn es nicht mehr geht? Egal....
Mit “Nimm dir das Leben“ wird nicht über Selbstmord gesungen, sondern vielmehr über den Wert den das Leben hat und dass man damit was machen soll. Es ist das Leben, das man sich greifen, nutzen soll. Leben...Leben!
Diese einzigartige Musik mit den Texten die den Nerv der Zeit treffen, schafft etwas, was bei den meisten Menschen schon lange nur noch in hömopathischen Dosen existiert. Man hört konzentriert zu, man neigt sich der Musik, den Texten zu.
MDK ist etwas ganz anderes, als alles andere!
Es ist wirklich etwas “Neues“. Etwas Neues, etwas Altes. Etwas anderes. PUNK!
Produziert wurde das Album von Jon Caffery (u.a. Produzent von Alben der Toten Hosern)
Hochgradig finanziert wurde die Produktion von Dirk Felsenheimer (Drummer, Die Ärzte).

 

Flight 13 Records

Nach knapp 35 Jahren die Albumrückkehr von MDK (Mekanik DestrükVw Komandöh). Sie waren Teil der West-Berliner Punkbewegung, ohne selbst wirklich Punk gewesen zu sein. Die Band um Volker Hauptvogel darf laut Wolfgang Müller (Die tödliche Doris) sogar behaupten, mit als erste Band Punk in die einst geteilte Stadt gebracht und zu einer Initialzündung verholfen zu haben. Auch als angehende Silberlocken frönen sie zu einer punkaffinen Mischung aus Agit-Punk, New Wave und krautigem  Avantgarderock mit wuchtigen Gitarrenriffs, Saxophon und motorisch-noisiger Rhythmussektion mit großer Leidenschaft deutschen Texten, gehen immer wieder auch mal einen Weg durch langsameres Songwriting. Volker kreist in seinen eigenwillig-charismatischen, halb-erzählerisch vorgetragenen Texten um Berlin, seine Strassen und Plätze und Einwohner, seine Geschichte, die auf den aktuellen Stand gebracht wird. Musikalisch haben sie sich ihre Unvorhersehbarkeit und Lust am Experimentieren bewahrt und wirken mit musikalischen Blicken in den Rückspiegel der Berliner Musikgeschichte aktuell, anarchisch und treibend. Bisweilen fast schon Punkjazz. Von Jon Caffery produziert.  *Destiny

 

laut.de

Triumphale Rückkehr der Punklegende

"In Blitze gekleidet und Donner erscheinen wir vor dir!" Das ist wahrlich keine Übertreibung. Fast 35 Jahre nach ihrem Auseinanderbrechen entsteigen die Urpunks MDK als Phönix aus der Asche. Die Legende lebt nicht nur, sie ist putzmunter. Zwischen Postpunk und Freistil liefern sie mit "Manifestation" eines der besten deutschsprachigen Rockalben des laufenden Jahres ab.

Wer als Spätgeborener MDK, das Mekanik Destrüktiw Komandöh, nicht kennt, sollte sich nicht grämen. All zu lange hielt die Band um den schillernden Vordenker Volker Hauptvogel, das einzige konstante Mitglied, Winterschlaf. Zwischen 1978 und 1984 jedoch gehörten sie zu jenem Berliner Mikrokosmos, der Deutschland musikgeschichtlich immens prägte. Auftritte mit Nick Caves Birthday Party, den Einstürzenden Neubauten oder den Dead Kennedys sind ebenso Teil ihres Wirkens wie Edelfans a la Jello Biafra oder Yellos Dieter Meier, der sogar Präsident des offiziellen MDK-Fanclubs war. Mehr Storys hat hierzulande kaum jemand zu erzählen.

Erfreulicherweise nagte der Zahn der Zeit weder an Hauptvogels Texten noch an seiner Stimme. Den leichten Küstenakzent hört man dem gebürtigen Bremerhavener noch immer an. Er bleibt der Käpt'n Blaubär des Punk und zeichnet nach wie vor verantwortlich für die Texte. Letztere reichen, ebenso wie die Musik auf "Maifestation", weit über das Genre Punk heraus. Es gibt Mordballaden, Sozialkritik, Poesie, Politik und jene unkonventionelle Mischung aus "Fuck You!" und Umarmung, die MDK stets eigen war.

Die Klänge geraten dabei ähnlich vielseitig, mal Sandpapier, mal Abrissbirne. Dabei fällt auf, dass MDK der Postpunk mittlerweile anscheinend weit näher steht als klassische Punktracks. Auch entspannte Momente nahe von Barroom-Jazz oder Psychedelik finden zwischen Geschrammel, collagenhafter Untermalung und Noiseattacken ihre Nische. Heimlicher Star der Vorstellung ist Saxofonist Bertam Krumm. Vom smoothen Salonlöwen bis zum Free Jazz- und Noise-Terroristen reicht die breite Palette seiner Einlagen. Wer sich hie und da an Steve Mackay (Stooges) auf "Fun House" erinnert fühlt, liegt goldrichtig.

Darin, dass die zehn Stücke trotz stilistischer Wechselbäder, Hauptvogels prägendem Charismas und nahezu kompletter Neubesetzung wie aus einem Guss klingen, besteht die große Stärke der Platte. Postpunkfans schnappen sich den "Heinrichplatz" oder "Rhythmus Des Lebens", "Es Geht Weiter" stellt sich als souveräner Rocker heraus. "Worte Werden Zu Musik" wandelt auf den Spuren psychedelischer Velvet Underground-Stimmung, und derbe Deutschpunk-Puristen stecken sich einfach "Alles In Den Arsch".

Mein persönlicher Favorit und ein Muss für Gänsehaut-Junkies ist das nur scheinbar relaxte "Moerderlied". Im samtig dahingroovenden Gaslicht eines Berliner Rotlicht-Kiezes spricht die toughe Bordsteinschwalbe einmal zu oft den falschen Freier an. So ersticht Jack The Ripper "die teuflische Fratze und war plötzlich ganz alleine in Berlin".

 

bierschinken.net

Mekanik Destrüktiw Komandöh - M.D.K. eine Einheit der Family of Üz/Zeuhl-Musik NEUropa steht auf dem Cover. Okeeh? Scheint allerdings das einzige Element der Familie zu sein. Ein Einzelkind sozusagen. Störrisch und verbohrt. Immer motzend und nur fordernd. Außenseiter sozusagen.
Das waren die schon vor 35 Jahren. Seinerzeit war ich mal eine Woche im Besitz der ersten ZickZack-LP dieser Gruppe. Gekauft, einmal gehört. Auf Kassette überspielt und gleich wieder auf dem Flohmarkt mit Verlust verkauft. In Erinnerung geblieben ist mir bis auf das Stück "Banane/Zitrone" nichts. Dabei wurden die ziemlich gelobt (glaube ich. Sonst hätte ich mir die Platte ja nicht gekauft). Gut. Jugendsünden.

Jetzt nach ungefähr 35 Jahren erscheint das zweite Album. Ich weiß nur nicht, ob man sich drüber freuen soll. Was damals spontan, anarchistisch und relativ neu geklungen hat, hört sich heute nur noch nach unsympathischer Kreuzberger Kleinkunstkapelle an.
Das erinnert mehr an Musik-Theater und Krautrock als an Punk. Die ziehen ihr Ding ohne Rücksicht auf Verluste durch. Geübt hat man an den Instrumenten offensichtlich und Musiktheorien wurden auch studiert. Aber das macht noch lange keine schöne hörbare Punk-Musik aus. Irgendwie kommt mir das alles vor wie unsympathische Musik von unsympathischen Typen. Da ist nichts Liebens- und Hörenswertes, das einem nach dem Album im Gedächtnis bleibt. Die Stimme vom Sänger und wie die Texte vorgetragen werden, ist so richtig urdeutsch eklig. Soll wohl so sein.
Und wie die alten Säcke schon auf dem Cover und dem Booklet in die Kamera gucken. Richtige alte Säcke (Genau wie ich, aber ich guck auch nicht in die Kamera).
Textzeilen wie "Alles in den Arsch. Steck dir alles in den Arsch. Die Musik und den Marsch. Den Rhythmus und den Beat..." passen da natürlich perfekt. Holprige Reimlexikon-Texte. Wenn die Musik jetzt wenigstens Punkjazz wäre. Ist es aber nicht. Klingt wie so Ekel-Krautrock-Bands "Guru Guru" gemixt mit Musik-Theater. Mit Saxophonen und Synthesizer. Das olle Peter-Gunn-Thema wird verwurschtelt in "Rhythmus des Lebens". Einen Tango gibt's im Lied "Berlin". Tanzen dazu wird aber wohl niemand wollen.

Der Bandname leitet sich übrigens von der unhörbaren Kult-Band "Magma" der 70er Jahre ab. Heute läuft das unter dem Label Prog-Rock. Aber mit Punk hat das alles nichts zu tun. Kein schönes Album.

 

 

 

 

 

 Photographie: Kai von Kröcher